Was ist eine Idee?

„Ich bemerke immer deutlicher: wenn man sich mit Kunst beschäftigt und die Chance hat, mit Künstlern umzugehen, hält man durch die vielen ‚verrückten Dinge’, die Künstler machen, auch den Alltag und das sogenannte ‚normale’ Leben leichter aus.“
(Burkhard Maus, Fotojournalist, Köln; vgl. Burkhards Bildblog, auf www.art-magazin.de)

„Zu Beginn meiner freien künstlerischen Arbeit versuchte ich seriös zu sein. Dann ertappte ich mich dabei, dass es mir damit ‚gelang’, sogar mich selbst mit meiner Tätigkeit im Atelier zu langweilen. Seither habe ich mir diesen Gedanken abgewöhnt. Wenn Du Maler bist, ist es weniger wichtig, was Du malst, als wie Du dafür einstehst.“
(Fabien Verschaere; vgl. die Ausstellung „Qu’est-ce qu’une idée“, Fabien Verschaere und Guillaume Bruère, kuratiert von R.F., Galerie RX, Paris, 29.1.-4.3.2015, www.galerierx.com).

Fotos: Magali Bidard

Guillaume Bruère und Fabien Verschaere beim Aufbau der gemeinsamen Ausstellung „Was ist eine Idee?“ in der Galerie RX, 6, Avenue Declassé, Paris 8ème (bis 4.3.2015, www.galerierx.com)

Fabien Verschaere und Guillaume Bruère, beide 1974 geboren, haben zu unterschiedlichen Zeiten an der Kunstakademie in Nantes studiert, als ich da selbst gearbeitet habe, und sich seither, in Paris (Verschaere) und Berlin (Bruère) lebend, zu zwei der interessantesten französischen Künstlern der mittleren Generation entwickelt. Das Werk beider beruht – für Frankreich derzeit außergewöhnlich – auf einer rückhaltlosen bis expressiven Zeichnung. Als wir feststellten, dass die beiden sich paradoxerweise nicht kennen, beschlossen wir spontan, sie in einer Ausstellung aufeinandertreffen zu lassen. Auch die beiden Gemeinschaftswerke (eine Raumausmalung und eine gemeinsam bemalte Leinwand) gingen beiden überraschend gut von der Hand, wobei sich durchaus jener „dritte Künstler“ andeutete, der bei Gemeinschaftswerken im besten Fall entsteht.